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Reisen Dalmatien 2005

Die Kinder wollten einen Urlaub mal nicht in die Berge, sondern ans Meer zum baden. Wir Erwachsene wiederum wollten auch nicht ganz auf Berge verzichten. Was bot sich also als Kompromiss an? Kroatien.

Die Vorbereitung

Die Zelte sollten diesmal zu Hause bleiben. Stattdessen besorgten wir uns zwei FeWo's für jeweils eine Woche. Wichtigstes Kriterium: sie mussten direkt am Meer liegen. Über Internet haben wir welche für etwa 350 - 400 € die Woche bekommen.

Ein paar Reiseführer (z.B. vom ADAC) dienten der Einstimmung auf den Urlaub.

Die Anreise

Freitag nach der Arbeit wurde das Auto beladen und gegen 14 Uhr begann die Fahrt. Mein Routenplaner empfahl, die Alpen im weiten Bogen östlich zu umfahren. Das war auch gut so, denn am Tauerntunnel ist wieder die Hölle los gewesen. Ursprünglich wollten wir unterwegs übernachten, aber bei Preisen von etwa 140 € war uns das zu teuer. Also fuhren wir die Nacht durch und kamen nach 21 Stunden in Stanici, einem kleinen Küstenort 5 km südlich von Omis, an.

Auspacken, dann erst mal runter an den Strand baden und danach ein paar Stunden Schlaf nachholen - der Urlaub konnte beginnen. Hier die Höhepunkte.

Dubrovnik

Für mich der Höhepunkt schlechthin. Leider trennten uns von Dubrovnik noch ca. 200 km Küstenstraße (die Autobahn endete in der Nähe von Split, soll aber mal bis Dubrovnik weitergeführt werden). Weder uns noch unseren Autos wollten wir den Stress antun und entschieden uns, mit dem Bus zu fahren (sparte außerdem die Parkplatzsuche vor Ort). Das ging natürlich nicht schneller, aber man hat ausreichend Zeit, Süddalmatien zu genießen. Nach 4 Stunden kamen wir endlich in Dubrovnik an, auf einem Busbahnhof weit außerhalb des Zentrums. Am Zeitungskiosk haben wir eine Hand voll Fahrscheine für den Stadtbus gekauft und sind mit selbigem bis vor die Tore der historischen Altstadt Dubrovniks gefahren.

Unbedingt sollte man auf der Stadtmauer einmal die Altstadt umrunden. Kostet zwar 30 Kuna pro Person, aber den Blick hinunter in die alten und engen Gassen sowie auf (wirklich) alte, wiederaufgebaute oder noch zerstörte Gebäude sollte man sich nicht entgehen lassen. Leider wurde Dubrovnik vom Bürgerkrieg nicht verschont, aber man muss schon aufmerksam die Altstadt betrachten, um noch Spuren der Zerstörung zu sehen.

In der Stadt dominiert natürlich der Stradun, eine Flaniermeile, die sich vom Pile-Tor bis fast zum Hafen quer durch die Altstadt zieht. Wesentlich ruhiger und vor allem schattiger geht es in den engen Gassen der Stadt zu, die immer wieder mit kleinen Cafés und Geschäften überraschen.

Nationalpark Krka

In meinem Reiseführer war zum Thema Krka ein Bild enthalten, auf dem ein paar badelustige Menschen vor einem Kaskaden-Wasserfall zu sehen sind. Als ich dieses Bild zum ersten Mal sah, wusste ich, da musst du hin.

Der Nationalpark erstreckt sich entlang des Flusses Krka zwischen Knin und Skradin und ist für einen Tag viel zu groß. Wir konzentrierten uns deshalb (wie leider die meisten Besucher) auf den Bereich um den Skradinski buk herum. Über Holzstege führt ein moderater Rundweg um den wohl bekanntesten Wasserfall des NP herum, an dessen unterem Ende tatsächlich ein gewisser Teil des Flusses zum Baden freigegeben ist. Allerdings waren deutlich mehr Menschen im Wasser, als auf dem Bild in meinem Reiseführer. Egal, wir hatten die Badesachen dabei und auf ein paar Hanseln mehr oder weniger kam es nun auch nicht mehr drauf an.

Sehr sehenswert ist auch das kleine "Volkskunde-" Museum oberhalb des Wasserfalls. Hier wird unter anderem gezeigt, wie schon vor hunderten von Jahren mit Hilfe der Kraft des Wassers Korn gemahlen oder Wäsche gewaschen wurde. Funktioniert noch heute.

Split

Während der ersten Urlaubswoche sind wir schon ein paar Mal an Split vorbeigekommen. Die Stadt wirkt von außen wenig attraktiv, was wohl an den vielen Neubau- und Industriegebieten liegen mag. Aber im Zentrum, nahe dem Hafen, befindet sich ein kleines Juwel - der Diokletianspalast.

Diokletian, in der Nähe geboren und später römischer Kaiser, ließ hier einen pompösen Palast bauen, von dem noch einige Teile erhalten sind. Im Laufe der Zeit bauten die Einwohner ihre Häuser innerhalb des Palastareals, so dass der Komplex heute wie eine Stadt in der Stadt wirkt.

Bojin kuk (1110 m)

Von der Höhe her eher unbedeutend, aber was Form und Lage sowie den Zustieg angeht, ein sehr interessanter Gipfel im NP Paklenica. Der Blick reicht vom Velebit-Hauptkamm auf der einen Seite bis weit über die Adria mit vielen Inseln und Inselchen auf der anderen Seite.

Stefan und ich haben ihn von Milovci nahe der Küste bestiegen, was immerhin 1000 Höhenmeter bedeutete. Die Wege sind durchgängig markiert, aber die Markierung ist nicht immer leicht zu finden. Unbedingt empfehlenswert ist ein Wanderführer, in dem der Weg detailliert beschrieben ist.

Der Gipfel präsentiert sich als äußerst kompakter und imposanter Kalkblock. Der Aufstieg von Südosten ist eine Mischung von Klettersteig und leichter Kletterei. Durch reibige und mit Wasserrillen durchsetzte Wandstücke geht es hinauf in eine Rinne, die dann zum Gipfel führt. Die kribbligen Stellen sind mit ein paar Eisenstiften entschärft. Wären da nicht immer wieder die auf den Fels gepinselten Markierungen, man würde nicht glauben, dass es sich um einen in der Wanderkarte eingezeichneten Weg handelt.

Deutlich einfacher ist der Aufstieg von Nordwesten. Aber auch hier handelt es sich im Gipfelbereich um Schrofenkletterei. Wir sind diesen abgestiegen, um dann den Gipfel im Südwesten zu umrunden.

Für den Aufstieg haben wir inkl. Pausen 3¾ Stunden benötigt. Hinunter ging es nur unwesentlich schneller, da der Weg insgesamt arg geröllig ist und man ganz schön aufpassen muss, um sich nicht die Haxen zu verknacksen. Und ausreichend zu Trinken sollte man bei sich führen. Ab 11 Uhr wurde die Sonne lästig heiß und Wasser gab es unterwegs nicht.

Nationalpark Plitwitzer Seen

Immer wenn Einheimische uns fragten, was wir schon alles gesehen haben, sagten wir: nun ja, dies und das und die Plitwitzer Seen wollen wir auch noch anschauen. Jedes mal verdrehten die Fragesteller die Augen: oje, immer voll, viele Leute ...

Nun, wir hatten Glück, denn wir waren an dem einzigen wirklich verregneten Tag dort. So mussten wir uns lediglich mit einer halben Million anderer Besucher rumschlagen. Aber es lohnt. Und durch die im Eintrittspreis inbegriffenen Verkehrsmittel wie Fähren und Shuttlebusse schafft man sowohl die oberen als auch die unteren Seen.

Wir sind zuerst ans Ende der oberen Seen gefahren und gemächlich auf gut ausgeschilderten Wegen wieder zum Haupteingangsbereich zurück geschlendert. Dort gibt es ein kleines SB-Restaurant mit allerdings nur schmalem Angebot. Danach dann mit dem Shuttle zu den unteren Seen. Spektakulär ist der Abstieg hinab zu den Seen. Durch ein riesiges Felsloch gelangt man direkt zu der Höhle, die am Ende von Schatz im Silbersee eine Schlüsselrolle spielt. Überhaupt schwebt über der ganzen Gegend so ein gewisser Hauch von Winnetou und Old Shatterhand. Als Highlight wartet dann noch der Große Wasserfall. Immerhin 76 Meter tief fallende Wassermassen sind schon beeindruckend ...

Paklenica

Paklenica sind zwei Flüsse, die Große und die Kleine, die parallel zu einander zur Adria fließen und auf ihrem Weg dorthin zwei romantische Schluchten gebildet haben.

Die Große Paklenica ist touristisch erschlossen und entsprechend überlaufen. Die Kleine wiederum wird kaum besucht. Aber es führt ein sehr abenteuerlicher Weg durch diese hindurch. Der Begriff Weg ist allerdings nicht immer zutreffend. Denn eigentlich sind im Flusslauf lediglich Markierungen auf die Steine gepinselt. Und diese Steine sind nicht immer klein. Also ab und an muss man schon die Hände aus den Taschen nehmen, um über teilweise übermannsgroße Blöcke hinweg oder dran vorbei zu kommen. Später verlässt man das Flussbett, wandert hinauf zu einer Hochebene und kann von dort im Bogen hinüber zur Großen Paklenica laufen (etwa 5 Stunden für die gesamte Runde).

In dieser wird man dann von der Zivilisation wieder eingeholt. Touristen mit abenteuerlichem Schuhwerk ziehen den breiten Weg entlang, entweder zu Besucherhöhle Manita pec oder zum bewirtschafteten Forsthaus Lugarnica. Hinzu kommen noch jede Menge Kletterer, denn die Große Paklenica ist ein ausgedehnter Klettergarten.

Für die Wanderung Kleine - Große Paklenica gilt ähnlich wie beim Bojin kuk: ein guter Wanderführer ist sehr hilfreich. Führt die Kleine Pakelnica Wasser, ist von einer Begehung abzuraten. Wir hatten nur etwas Regen, doch waren die Steine dadurch schon unangenehm glatt!

Nationalpark Kornaten

Um die Kosten zu reduzieren, nahmen wir eine gute Autostunde in kauf und fuhren nach Murter. Von dort hat man per Schiff die kürzeste Anfahrt zum Kornaten-Archipel. Kaum hatten wir endlich einen freien Parkplatz gefunden, lief uns auch schon eine fliegende Vertreterin über den Weg. Nach einigem Hin und Her nahmen wir ihr Angebot für einen Kornaten-Ausflug an.

Da wir recht spät dran waren, bekamen wir nur noch ein paar Notplätze hinter dem Steuerhaus. Dafür aber auf dem Oberdeck. Während der ganzen Hinfahrt wurde nämlich auf dem Unterdeck der Mittagsfisch gebraten, und das waren ganz schön viele. Entsprechend viel Qualm und Gestank beglückte die armen Passagiere auf dem Unterdeck.

Nach gut zwei Stunden waren wir mitten im Archipel und befuhren die Außenseite des NP. Die größeren Inseln weisen hier überraschend steile Felsküsten auf. Betreten darf man keine der im NP gelegenen Inseln. Deshalb verließen wir zur Mittagszeit den NP und steuerten eine kleine Bucht an. Dort hatten wir etwa drei Stunden Zeit für das in der Fahrt inbegriffene Mittagessen und danach zum Baden und Schnorcheln. Zu essen gab es natürlich gebratenen Fisch mit Rohkostsalat, für Mäkler und Vegetarier ein paar Steaks bzw. ein paar Scheiben Käse.

Wieder an Bord ging es direkt zurück nach Murter. Insgesamt dauert die Fahrt etwa 8 Stunden, von 09:00 bis 17:00 Uhr. Im Fahrpreis inbegriffen waren ein Begrüßungsschnaps, das Mittagessen incl. Getränke sowie der Eintrittspreis für den NP.

Die Rückfahrt

Chaotisch! Dummerweise musste wohl mindestens die Hälfte aller in Kroatien Urlaub machenden Touris an diesem Tag (Samstag) ebenfalls nach Hause. Wir sind kurz nach 9:00 Uhr losgefahren und durften an jeder einspurigen Autobahn, jeder Mautstelle und vor allem an der Grenze nach Slowenien ausgiebig warten. Erst in Österreich entspannte sich die Lage. Dafür begann es ausgiebig zu regnen. Einen Tag später ging wegen Überschwemmungen und Murenabgängen in Österreich und der Schweiz fast gar nichts mehr ...

Nach 17½ Stunden für etwa 1400 km waren wir endlich wieder zu Hause.

Zusätzliche Infos

Tour-Info

Land:
Kroatien
 
Jahr:
2005
 
Inhalt:
Wandertour Sightseeing Klettern
 

Preise (in Kuna)
Die hier angegebenen Preise sind Stand 2005 und in kroatischen Kuna angegeben, jeweils voller Preis / ermäßigter Preis

Rafting: 150/100

Krka NP: 60/45

Plitwitze NP: 95/55

Kornaten NP: 200/150

Dubrovnik

Dubrovnik

Der große Onofrio­brunnen und die Erlöser­kapelle Sveti Spas. Im Hinter­grund drängen sich die Touris hinauf zur Stadt­mauer.

NP Krka

NP Krka

Baden am Wasserfall - Am Skra­dinski buk im NP Krka ist dies möglich.

Split

Split

Im Innern des Diokletian-Palas­tes. Links das mäch­tige Oktagon der Kate­drale Sveti Duje, ehemals das Mauso­leum Diokle­tians. Der Glocken­turm dahinter wurde später angebaut.

Bojin kuk

Bojin kuk

Stefan auf dem Gipfel des Bojin kuk - 1110 Meter über der Adria. Im Hinter­grund die Insel Pag.

Plitwitzer Seen

Plitwitzer Seen

Blick auf einen Teil der unteren Seen. Die Höhle in der Bild­mitte ist im Film "Schatz im Silber­see" zu sehen.

Kleine Paklenica

Kleine Paklenica

Unterwegs in der Kleinen Pakle­nica. So manches Mal müssen Blöcke, die den Weiter­weg ver­sperren, um­gangen oder über­wunden werden.

Kornaten

Kornaten

Richtig zu Geltung kommen die vielen In­seln und Insel­chen des Kor­naten-Archi­pel nur aus der Luft. Über­rascht waren wir, als wir diese Steil­küsten eini­ger Inseln sahen.

 
 

Letzte Änderung: 28.02.2007

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